Windpark Verenafohren läuft im „Regelbetrieb“

08.02.2018

Unter großer öffentlicher Teilnahme wurde im vergangenen Jahr der Windpark Verenafohren auf der Gemarkung der Stadt Tengen gebaut und im Mai 2017 provisorisch in Betrieb genommen. Provisorisch deshalb, weil nach der Inbetriebnahme zunächst ein ganzer Katalog an Optimierungen, Einstellungen und Arbeiten zur Vorbereitung der Endabnahme erbracht werden mussten.

Dabei kam es auch immer wieder zur Abschaltung einzelner Anlagen, um die notwendigen Servicearbeiten gefahrlos durchführen zu können. Ende Januar 2018 konnte der Hersteller Nordex die letzten Arbeiten abschließen und die Endabnahme der drei Schwachwindanlagen verkünden. Der Windpark Verenafohren läuft nun im Regelbetrieb und erzeugt mit seinen drei Rotoren reichlich sauberen Strom. Wie in den Prognosen, die der Wirtschaftlichkeitsberechnung zugrunde lagen, prognostiziert, herrschen über dem Wald von Verenafohren Durchschnittswindgeschwindigkeiten von rund 6 Metern pro Sekunde. Erfreulich für die ersten vollen Betriebsmonate ist, dass der Anlagenstart in eine gute Windsaison fiel und somit sogar leicht über den Ertragsprognosen lag.

Aufmerksame Beobachter werden allerdings auch in Zukunft Stillstand im Windpark feststellen, was allerdings nicht der technischen Verfügbarkeit, sondern dem Umweltschutz und dem Schutz der Anrainer geschuldet ist. So müssen die Rotoren automatisch in der Dämmerung immer dann gestoppt werden, wenn Flugaktivitäten von Fledermäusen stattfinden und auch bei tiefem Sonnenstand kann es zur automatischen Abschaltung kommen, sobald der Schatten der Rotorblätter die erlaubte Toleranzgrenze erreicht. Diese „kalkulierten“ Ausfälle sind bereits in der Gesamtberechnung berücksichtigt und beeinträchtigen die Gesamtbilanz von Verenafohren nur unwesentlich.

Künftig werden die Erträge des Windparks – monatlich kumuliert – in einer Grafik dargestellt und veröffentlicht. Daraus abzulesen ist im Jahresverlauf das Ertragsprofil des Windparks. Erwartet werden Energieerträge der drei Anlagen in Höhe von rund 20 Mio. kWh Strom, was dem Bedarf aller privaten Haushalte von Hilzingen, Tengen und Engen zusammen entspricht.

Regionale Wertschöpfung
Wie bereits in der Planungsphase angekündigt, konnte die Betreibergesellschaft „IG Hegauwind GmbH & Co KG – Verenafohren“ auch das Versprechen zur regionalen Wertschöpfung einlösen. Am Ertrag des Windparks sind die Mitglieder der Genossenschaft Bürger-Energie Bodensee ebenso beteiligt wie das Unternehmen solarcomplex und nahezu alle Stadt- und Gemeindewerke des Landkreises Konstanz. Weiter sind mit den Stadtwerken Tuttlingen, der EKS und der SH Power drei benachbarte Energieversorger mit je einem Elftel am Projekt. Die Grundstückseigentümer profitieren durch Pachteinnahmen vom Standort und die Stadt Tengen erhält während der 20-jährigen Betriebsdauer die gesamten Gewerbesteuereinnahmen aus dem Gewinn der Stromvermarktung.

Baukosten unterschritten, Zeitplan eingehalten
Ein Projekt dieser Größenordnung kann auch leicht aus dem Ruder geraten. Nicht so der Windpark Verenafohren, der exakt im Zeitplan erstellt werden konnte und so rechtzeitig vor der drohenden Absenkung der Einspeisevergütung im Mai 2017 ans Netz gehen konnte. Auch die Baukosten konnten um 800 T€ nach unten korrigiert werden. Die Geschäftsleitung der Betreibergesellschaft zeigt sich sehr zufrieden mit dem Start des ersten vollen Betriebsjahres und sieht sich mit der Gesamtinvestition in Höhe von 16 Mio. Euro bestätigt, einen richtigen Schritt zur Unterstützung der Energiewende geleistet zu haben.

1500 Besucher bei Einweihung des Windparks Verenafohren

16.07.2017

Musikverein-unterm-Windrad_web

Zur feierlichen Einweihung des ersten Windparks im Kreis Konstanz kamen am Samstag rund 1500 Besucher nach Wiechs am Randen (Gemeinde Tengen). Die Gäste reisten an aus dem ganzen Landkreis, aus der direkt an das Windparkgebiet angrenzenden Schweiz sowie aus dem südlichen Schwarzwald. Stark vertreten waren selbstverständlich die Einwohner von Tengen. Deren Bürgermeister Marian Schreier sagte, er sei stolz, dass dieses Projekt von der Bevölkerung engagiert mitgetragen wurde und wird. Die Gemeinde stehe unverändert zu ihrer Entscheidung, Flächen für die Windkraft zur Verfügung zu stellen, um zum Gelingen des Atomausstieges beizutragen. Auf großes Interesse stießen beim Windparkfest die Führungen im Turmfuß der Nordex-Windkraftanlagen. Hegauwind-Geschäftsführer Andreas Reinhardt und solarcomplex-Vorstand Bene Müller bedankten sich besonders bei der Vereinsgemeinschaft Wiechs, die für das leibliche Wohl der Besucher sorgte. Der Musikverein Wiechs gestaltete den Nachmittag musikalisch und die Freiwillige Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um Parkmöglichkeiten für die vielen Besucher zu organisieren.

Auch mehrere Gesellschafter der Hegauwind-Betreibergesellschaft waren mit Infoständen vor Ort präsent. Darunter auch die Schweizer Unternehmen EKS und SH Power, die für den grenzüberschreitenden Charakter des Windprojektes stehen. Die Stadtwerke Radolfzell und Engen informierten stellvertretend für alle beteiligten Stadt- und Gemeindewerke. Das Singener Bürgerunternehmen solarcomplex AG, das als Projektierer wirkte, sowie die Energiegenossenschaft Bürgerenergie Bodensee repräsentierten zahlreiche Menschen dieser Region, die sich für die Energiewende engagieren.

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Windpark Verenafohren kann durchstarten

Südkurier Artikel, 12.07.2017

Gemeinschaftswerk wird am Samstag mit großem Fest im Wald des Tengener Stadtteils Wiechs am Randen eröffnet

Sie freuen sich über die Eröffnung des Windparks Verenafohren: (von links) Andreas Reinhardt (IG Hegauwind), Bene Müller (Solarcomplex), Bürgermeister Marian Schreier, der Radolfzeller OB Martin Staab, Bundestagsabgeordneter Andreas Jung, Regierungsrat Martin Kessler und Peter Sartena (IG Hegauwind). Bild: Sabine Tesche

Sie freuen sich über die Eröffnung des Windparks Verenafohren: (von links) Andreas Reinhardt (IG Hegauwind), Bene Müller (Solarcomplex), Bürgermeister Marian Schreier, der Radolfzeller OB Martin Staab, Bundestagsabgeordneter Andreas Jung, Regierungsrat Martin Kessler und Peter Sartena (IG Hegauwind). Bild: Sabine Tesche

Der Wind blies stilgerecht kräftig rund ums große Zelt mitten im Wald des Tengener Stadtteils Wiechs am Randen. Auf dem Areal wird am nächsten Samstag mit einem öffentlichen Fest groß die Eröffnung des Windparks Verenafohren gefeiert. Die drei, an die 200 Meter hohen, 16,3 Euro Millionen teuren Windkraftanlagen sind die ersten im Landkreis Konstanz. Und das könnte auch lange so bleiben. Denn: Bei der Vorab-Vorstellung des Windparks Verenafohren mit Politikern, Medienvertretern und weiteren geladenen Gästen deutete CDU-Bundestagesabgeordneter Andreas Jung darauf hin, dass es aufgrund einer Gesetzesänderung bei neuen, deutschlandweiten Ausschreibungsverfahren sehr schwierig werde, in naher Zukunft nach Verenafohren weitere Schwachwindkraft-Anlagen zu bauen.
„Es kommen wohl eher Regionen zum Zug, in denen stärkerer Wind herrscht“ betonte Jung. Für die dringend nötige Energiewende müssten Alternativen geprüft werden. Dabei setze er nach dem Motto „Lasst tausend Dächer glühen“ vor allem auf Solarenergie, wenngleich es nicht leicht sei, genügend Flächen dafür zu finden. Jung würdigte den Windpark Wiechs als beeindruckendes Gemeinschaftswerk, mit großer Unterstützung der Bürger von Wiechs und auch mit der Beteiligung von schweizerischen Unternehmen.

Der Tengener Bürgermeister Marian Schreier strich heraus, dass das Projekt ohne die Bewohner von Wiechs nicht möglich gewesen wäre. 82 Eigentümer von Privatwald-Grundstücken mussten für den Windpark angepachtet werden. „Verenafohren steht als Symbol für die Energiewende, aber auch für Veränderungen. Die sind auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen notwendig. Dort wird aber eher ängstlich agiert“, so Schreier. „Der Windpark Verenafohren ist keine Verschandelung der Landschaft, sondern Teil der ökologischen Leistungsfähigkeit“, erklärte der Radolfzeller Oberbürgermeister Martin Staab in Vertretung der am Projekt beteiligten Stadtwerke.

„Seit Monaten ist der Windpark Verenafohren ein grenzüberschreitender Treffpunkt von Menschen aus der ganzen Region. Das imponiert mir besonders“, betonte Martin Kessler, der Verenafohren als Musterbeispiel von deutsch-schweizer Zusammenarbeit nannte. Wie Jung sieht Kessler durch die Volksabstimmung der Schweizer mit deutlicher Mehrheit für einen Ausstieg aus der Atom-Energie neue Chancen auf eine noch intensivere Zusammenarbeit. Einig waren sich die Redner darin, dass die teils heftigen, kontroversen Diskussionen um Windkraft-Anlagen nicht enden werden. Nun könne aber jeder vor Ort solche Anlagen selbst bewerten und nicht – wie bisher – nur theoretisch.

„Wir brauchen Alternativen zur Atom-Energie. Es können nicht alle erneuerbare Energien negativ bewertet werden, wie dies teils auch bei Biogas oder auch bei Solaranlagen geschieht“, betonte Bene Müller, Chef des Projektierers, des Singener Unternehmens Solarcomplex. „Ich bin erfreut und erleichtert, dass der Windpark nun ohne größeren Probleme in der Bauphase eröffnet werden kann. Bei den aufwendigen Vorarbeiten, wie Erstellen von Gutachten, Verhandlungen mit 82 Grundstückseigentümern oder Festlegen von Fahrtrouten, hätte schon ein kleines fehlendes Detail genügt, damit das Projekt gescheitert wäre“, so Bene Müller. „Es war eine kluge Entscheidung der vielen beteiligten Stadtwerke, sich für das Projekt zusammenschließen, um ein gutes wirtschaftliches Rückgrat zu schaffen“. so Müller.

Rund um die Windkraft-Anlagen auf Verenfohren

  • Die IG Hegauwind: Elf Mitglieder zählt die Interessengemeinschaft Hegauwind, darunter Stadtwerke der Region, Energieversorger und eine Bürgergenossenschaft.
  • Imposante Zahlen: 135 Meter hoch sind die Türme der drei Windräder auf Verenafohren, inklusive Rotorblättern ragen sie 199 Meter in die Höhe. 65 Meter Länge und 14 Tonnen Gewicht hat ein einzelnes Rotorblatt. Die extralangen Flügel sollen dafür sorgen, dass sich die Schwachwind-Anlage auch an Tagen dreht, an denen nur wenig Wind herrscht.
  • Leistung und Betrieb: 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr soll der Park bringen. Den Strom speist das Elektrizitätswerk Schaffhausen in Wiechs und Merishausen ins eigene Netz ein und gelangt teils direkt in die Haushalte, wie in Wiechs. Das EKS betreibt auch Netze in anderen Gemeinden des Hegaus und der Höri. Etwa 20 Jahre lang soll der Windpark in Betrieb bleiben können und insgesamt 400 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren.
  • Der Zugang: Der Windpark ist über Tengen am oberen Ortsende von Wiechs, Richtung Schlauch, zu erreichen. Von dort führt ein steiler Weg in Richtung Wald. Die Anlagen sind dann ausgeschildert. Einen Zugang gibt es auch vom ausgeschilderten Sportplatz Setze aus.
  • Das Windpark-Fest: Die IG Hegauwind feiert am Samstag, 15. Juli, von 13 bis 17 Uhr mit einem Windparkfest die Eröffnung der Anlagen. Bürgermeister Marian Schreier, Hegauwind-Geschäftsführer Andreas Reinhardt sowie Solarcomplex-Vorstand Bene Müller werden rund um das Projekt berichten. Vereine von Wiechs sorgen für Verköstigung. Der Musikverein Wiechs wird aufspielen. Es gibt eine Tombola und eine Hüpfburg. (vni/bit)
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Kontakt

Hegauwind GmbH & Co. KG – Verenafohren

c/o Stadtwerke Radolfzell
Untertorstraße 7 – 9
78315 Radolfzell

Telefon 0 77 32 / 80 08 - 0
Fax 0 77 32 / 80 08 - 505
E-Mail reinhardt@hegauwind.de

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