Wohin der Strom fließt

16.03.2016 – eine Besonderheit unserer Grenzregion

Die spezielle Energieversorgungssituation in Wiechs hat im Zuge der Planung des Windprojektes Verenafohren eine Sonderlösung notwendig gemacht. Die Schweizer EKS betreibt das Stromnetz in Wiechs und ist damit auch Abnehmer der Energie, den die drei Windkraftanlagen ab 2017 erzeugen. Das Stromnetz, das direkt in Wiechs liegt, ist allerdings nicht stark genug, um eine derart große Energiemenge aufzunehmen. Deshalb wird nur der Ertrag der ersten Windkraftanlage im Wald zu einem Strommasten am Ortsrand geleitet. Der Strom, den die beiden anderen Anlagen erzeugen, fließt nach Merishausen in die Schweiz, wo sich ein ausreichend dimensioniertes Netz befindet. Das deutsche Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sieht allerdings vor, dass die Vergütung nur erfolgt, wenn der Strom in Deutschland eingespeist wird. Das Schweizer Vergütungsrecht wiederum legt fest, dass nur Strom vergütet wird, den Anlagen auf Schweizer Boden produzieren. Um hier zu einer eindeutigen Vergütungsbasis zu kommen, sieht die Netzplanung nun vor, direkt an der dritten Windkraftanlage eine Übergabestation mit Messtechnik zu installieren. Damit liegt der Netzverknüpfungspunkt auf deutschem Boden und der erzeugte Strom wird nach deutschem EEG vergütet. Auch wenn der Strom in die Schweiz fließt, heißt dies dennoch nicht, dass er auch dort verbraucht wird. Schließlich versorgen die Schaffhauser Elektrizitätswerke zahlreiche deutsche Gemeinden im Grenzland mit Energie.

Naturschutz im Windprojekt Verenafohren

10.03.2016 – nicht nur auf die Tiere wird Rücksicht genommen

Nicht nur Lebewesen sind zu schützen, auch auf Pflanzen wird Rücksicht genommen. Hinter der Plane wächst der “Frauenschuh”, eine streng geschützte Orchideenart.

Windenergie ist die effizienteste unter den erneuerbaren Energiequellen. Daher kommt ihr beim Ausstieg aus Atom- und Kohlestrom eine große Bedeutung zu. Gemessen am Ertrag ist der Flächenverbrauch für ein Windprojekt gering. Wollte man ähnlich viel Energie mit Photovoltaik erzeugen, müsste man ein Mehrfaches an Fläche dafür zur Verfügung stellen. Auch ein Windprojekt ist aber nicht realisierbar ohne Eingriff in die Natur. Unter welchen Bedingungen dies geschieht, folgt gerade in Baden-Württemberg strengen Regeln.  

Im Zuge des Antragsverfahrens für das Windprojekt Verenafohren sind eine ganze Reihe von Behörden und Gremien eingebunden. Bereits im Vorfeld musste die IG Hegauwind mit umfangreichen Untersuchungen durch anerkannte Gutachter belegen, dass es beim Natur- und Artenschutz keine unüberwindlichen Hindernisse gibt. Aufgrund anstehender Rodungen an den künftigen Anlagenstandorten und an den Transportwegen gab es immer wieder Vor-Ort-Termine mit Experten und Vertretern der zuständigen Ämter, um sicherzustellen, dass Naturschutzbelange einbezogen werden. Besondere Schutzmaßnahmen mussten zum Beispiel für die seltene Orchideenart „Gelber Frauenschuh“ ergriffen werden. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen und damit unter strengem Schutz. Während der Rodungen und der sich anschließenden Bauzeit wird die Pflanze großflächig von einem Zaun umgeben bleiben. Eine Plane verhindert zudem starken Staubeintrag. Vom Betrieb der Windkraftanlagen geht für den Frauenschuh keinerlei Gefahr aus.

Vogelperspektive

10.03.2016 – Der Bauplatz der WEA 1 von oben betrachtet

Die Rodung der Waldflächen für den Bau und für die Zuwegung musste noch im Winter-Zeitfenster des Naturschutzes stattfinden. Den letzten Schnee dieser Saison nutzten wir für spektakuläre Aufnahmen mit einer Drohne. Insgesamt mussten ca. 2,9 h Wald „geopfert“ werden. Im Tausch dazu wird allerdings deutlich mehr, nämlich 5,3 h Fläche aufgeforstet.